Wir starten am Reiterdenkmal Ludwig I am Odeosplatz.

Dort gibt es eine Menge zu erzählen: Der Blick zeigt zu Anita Augspurg, der Frauenbuchladen, Thomas Mann, Karl-Heinrich Ulrichs, der eine flammende Rede im Odeon gegen den § 175 hielt. Das Wort „Homosexualität“ wurde erst zwei Jahre später geprägt.
Wie würdest du dich nennen, wenn es für deine (sexuelle) Identität keinen Namen gäbe? Wie hat der schwule Ulrichs sich genannt?
Um die Ecke befindet sich de Drückebergergasse. Was würdest du tun, wenn du in einem Regime leben würdest, in welchem deine Existenz nicht nur schräg angeschaut wird, sondern auch verboten ist. Mit einer Gefängnisstrafe belegt oder gar mit dem Tod? Widerstand? Wegducken? Auswandern? Ein Konstrukt aus Lügen aufbauen?
In einigen Opern werden Geschlechter getauscht: Travestie und Verwirrung, Liebe und Betrug. Ist das der Grund, warum viele schwule Männer, aber auch viele lesbische Frauen gerne in die Oper gehen? Und: wie sieht es mit dem Schauspiel aus? Gibt es in München Orte, in denen besonders oft Transsexualität, Homosexualität, Geschlechterfragen oder Aids thematisiert werden?

Namen, welche die Stadt geprägt haben: Moshammer, Sedlmayr, aber auch Ernst Röhm. Gibt es positive Diskriminierung?

Rathaus München. Die Rosa Liste ist seit 1996 dort vertreten. Während des CSDs öffnet das Rathaus seine Tore für den Rathausclubbing. Hier findet jährlich der Pumps Race statt. Verkommen Demonstrationen zur Party? Ist ein CSD noch notwendig?
Kennst du die Denkmäler der Stadt, in denen an queere Personen gedacht werden?


Sendlinger Tor – Eingang zum Viertel
Hier beginnt die Szene, die sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Soll man alten Zeiten nachweinen? Den Dingen ihren Lauf lassen? Ist es gut so wie es ist?
Neben Diversity, LeZ und Sub gibt es immer noch eine Reihe an kommerziellen Orten, in welchen sich queere Menschen treffen können. Und dies auch tun.

Die Tour dauert zirka drei Stunden. Es gibt viel zu zeigen und viel zu erzählen.